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Deutschland vor Jahrhundertwinter?

Von Arne Plica | 25.Oktober 2010

BILD.de orakelt Verblüffendes: Deutschland soll ab Mitte November von einem Jahrhundertwinter überrascht werden, der auf eine Störung des Golfstroms zurückzuführen ist. Wetterexperten vermuten, dass der kälteste Winter seit 100 Jahren ins Haus steht und Temperaturen von durchschnittlich 5.5° C unter dem Gefrierpunkt zu erwarten sind.

Diese Spitzenwerte wurden ursprünglich vor fast 50 Jahren, im Winter 1962/63, aufgestellt. Zumindest Dominik Jung, Meteorologe beim Internetdienst wetter.net, ist sich sicher: „Wir werden in den kommenden Monaten mit eisiger Polarluft überschüttet“.

Diese Behauptung basiert hauptsächlich auf zwei Wetterphänomenen. Erstens hat sich im Norden  Europas zurzeit ein ausgeprägtes Kältepolster aufgebaut. Zweitens ist der Golfstrom deutlich schwächer geworden und soll weniger Wärme transportieren als üblich. Bestätigt wird dies auch vom Meteorologen Dr. Karsten Brandt von donnerwetter.de: „Der Golfstrom ist ein gewaltiges Strömungssystem, das eigentlich das warme Wasser der Tropen mit dem kalten der Polarregionen vermischen soll. Schon in den letzten zwei Jahren hat er deutlich weniger Wärme transportiert, in diesem ist er noch weiter geschwächt.“ Kommt der Golfstrom ganz zum Erliegen, droht Europa eine neue Eiszeit.

Warum also schwächelt Europas Wärmeleitsystem nun? Schuld daran könnte die Ölkatastrophe im April im Golf von Mexiko sein. „Um das Öl aufzusaugen, hat BP mehr als 7,5 Millionen Liter der Chemikalie Corexit ins Meer geschüttet“, so Meteorologe Dominik Jung. „Das könnte ein Grund sein, warum der Golfstrom nicht mehr gleichmäßig fließt und am äußeren Küstenabschnitt von North Carolina (USA) regelrecht auseinanderbricht“. Die Frage ist natürlich, wie sich diese alarmierenden Behauptungen wissenschaftlich fundieren lassen. Zumindest laut Mojib Latif (55), Klimaforscher am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel, ist ein Jahrhundertwinter, geschweige denn eine Eiszeit, reine Spekulation. „Es gibt dazu keine seriösen wissenschaftlichen Studien. Der Golfstrom ist nach unseren Messungen stabil.“

Einigkeit herrscht unter Experten also keineswegs. Fakt ist aber, dass der Oktober nach Januar, Februar, Mai und September schon der fünfte Monat in diesem Jahr ist, der deutlich zu kalt ist. Den Winter abschreiben sollte man also, selbst in Zeiten des Klimawandels und der globalen Erwärmung, keinesfalls. Wetter ist unberechenbar, unser Service aber nicht. Damit Sie die schönen Seiten der kalten Jahreszeit in vollen Zügen genießen können, kümmern wir uns für Sie pünktlich, zuverlässig und erfahren um Schnee und Eis. Lesen Sie diesbezüglich mehr über unsere Angebote im Bereich Räumen und Streuen oder nehmen Sie jederzeit gerne direkt mit uns Kontakt auf.

Ihr Walter Schmeißer

Topics: Winter | 1 Kommentar »

Ein Kommentar to “Deutschland vor Jahrhundertwinter?”

  1. Dominik Jung meint:
    4.November 2010 at 2010-11-04T17:18:03+02:000000000330201011

    Guten Tag Herr Schmeißer,

    den Bild am Sonntag Artikel vom 25. Oktober 2010 haben Sie schön eingebaut.

    Haben Sie denn auch einen zuverlässigen Straßenwetterbereicht für den Winterdienst?!

    Vielleicht können wir Ihnen weiterhelfen:
    http://www.wetter.net/service/winterdienstservice.html

    Beste Grüße,

    Dominik Jung, Diplom-Meteorologe und Klimaexperte bei WETTER.NET

Kommentare

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